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Erlenbuchwald
Auf Stelzen im Wasser

Der bisherige Spaziergang hat uns größtenteils durch Birken-Moorwälder, zuletzt auch vorbau an forstlich eingebrachten Fichtenbeständen mit artenarmen Kraut- und Strauchschichten, geführt. Demgegenüber wird das Wäldchen, an dem wir uns jetzt befinden, von einer neuen Baumart geprägt: der Schwarzerle. Irgend etwas muss sich also geändert haben.

Auffällig ist, dass die Bäume einen Großteil des Jahres unter Wasser sstehen. Der Grund hierfür ist Quellwasser, das von den nahen Berghängen an die Oberfläche tritt und auf diese Weise für ständigen Feuchtigkeits- und Nährstoffnachschub sorgt. Der Säuregehalt des Wassers ist deutlich niedriger als beispielsweise im Zwischenmoorberich. Dadurch wird das Gedeihen der Schwarzerle erst ermöglicht. Zudem sind Schwarzerlen in der Lage, mit Hilfe von Knöllchenbakterien im Wurzelbereich Luftstickstoff zu binden und damit weitere Standortverbesserung zu betreiben.



Schwarzerle
(Alnus glutinosa)
Höhe: bis 25 m
Alter: bis 120 Jahre

Ohrweide
(Salix aurita)
Höhe: bis 25 m
Alter: bis 120 Jahre

Faulbaum
(Frangula alnus)
Höhe: bis 7 m


Der schlammige Oberboden - als Bruchwaldtorf bezeichnet - wird durch das Herbstlaub der Schwarzerle erzeugt. Über das mittlere Niveau des Grundwasserspiegels kann er allerdings nicht emporwachsen, weil bei Luftzutritt rasch Zersetzungsvorgänge in Gang kommen.


Sumpfdotterblume
(Caltha palustris)
Höhe: bis 60 cm
Blütezeit: April-Juni

Gelbe Schwertlilie
(Iris pseudacorus)
Höhe: 50 - 120 cm
Blütezeit: Mai-Juni

Walzenegge
(Carex elongata)
Höhe: 30-80 cm


Die früher übliche Niederwaldnutzung der wenigen Erlenbestände im Schutzbebiet wird heute nicht mehr betrieben.

In Abschnitten von etwa 15 - 30 Jahren wurden dabei Teilflächen "auf den Stock gesetzt", h. h. die etwa armdicken Stämme wurden mit dem Beil abgeschlagen und als Brennholz verwendet.

Mehrstämmige Bäume und einige Baumstümpfe an der Gehölzbasis geben noch heute Zeugnis von dieser ehemaligen Nutzungsform. Zwischen ihren aus dem Wasser herausragenden Stelzwurzeln hat die Schwarzerle immer wieder von neuem ausgetrieben.



Stockausschlag

Bergmolch
(Triturus alpestris)
Größe: bis 11 cm

Grasfrosch
(Rana temporaria)
Größe: bis 10 cm


Wegen des extrem nassen Bodens bleiben Kräuter und Sträucher wie Ohrweide oder Faulbaum größtenteils auf den Wurzelteller um den Erlenstock beschränkt. In den feuchteren Berichen wachsen Walzensegge, Sumpfdotterblume oder Schwertlilie. Der Grasfrosch hat im gesamten Moor hier seinen einzigen Laichplatz. Auch der Bergmolch wurde schon beobachtet.