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Birken - Moorwald
Wie in vielen anderen Mooren hat der wirtschaftende Mensch auch im Prackendorfer und Kulzer Moos in der Vergangenheit seine Spuren hinterlassen. Durch Moorenewässerung - einen Entwässerungsgraben haben wir gerade auf Bohlen überquert - wurde die biologische Zersetzung der organischen Torfsubstanz eingeleitet. Der zunehmend trockenere Boden konnte vermehrt von Gehölzen besiedelt werden.



Besonders im "Oberen Moos", wo wir uns jetzt befinden, dominiert auf größerer Fläche ein Moorbirkenwald. Mit ihrer weiß-grauen Rinde gibt sich die Moorbirke dabei sofort zu erkennen. Sie ist eine der wenigen Baumarten, die auf nasskalten und sauren, nährstoffarmen Moorstandorten gedeihen können. Im Gegensatz zur weit verbreiteten Sand- oder Hängebirke wachsen auch die jungen Zweige der meist knorrigen Moorbirke aufrecht, die behaarten Blätter haben eine mehr eiförmige und nicht so sehr eckige Form.

Dank ihres ungeheuren Samenreichtums und spezieller Flugeinrichtugen vermag sich die Moorbirke au feuchten, nicht mehr genutzten Standorten sehr schnell anzusiedeln. Im Laufe der Jahre kann sie geschlossene Wälder bilden, die Teilen nacheiszeitlicher Waldlandschaften ähneln. Gelegentlich sorgt dabei die Kiefer für etwas Auflockerung.

Nur an wenigen Stellen findet man hingegen Einzelexemplare der Spirke, einer aufrechten Form der Bergkiefer (Latsche), die sich in ihrer bundesweiten Verbreitung auf wenige süddeutsche Mittelgebirge und das Alpenvorland beschränkt. Erkennungsmerkmal ist vor allem ihr bis zu Krone dunkel gefärbter Stamm (Rinde der Kiefer rotbraun).

In der teilweise dichten Struchschicht fallen im Herbst die schwarz-roten, schwach giftigen Früchte des Faulbaums auf, der ebnso wie die Ohrweide nasse Füße liebt. Für Farbtupfer im Unterwuchs sorgen die leuchtend-gelben Blütensterne des Gilbweiderichs, während der Schachtelhalm als eine der ältesten bekannten Pflanzengatungen mehr durch seine urweltliche Form auffällt.

Das Zwitschern im Geäst verrät uns, dass im Moorbirkenwald auch einige Vögel ihr Zuhause haben, z. B. Zilpzalp, Grauspecht oder Buchfink. An lichteren Stellen finden sich auch Schmetterlinge wie der seltene Trauermantel ein.



Moorbirke
(Betula pubescens)
Höhe: bis 30 m, Alter: bis über 100 Jahre

Hängebirke
(Betula pendula)
Höhe: bis 30 m
Alter: bis zu 120 Jahre

Kiefer
(Pinus sylvestris)
Höhe: bis 40 m
Alter: bis zu 600 Jahre

Spirke
(Pinus mugo ssp. uncinata)
Höhe: bis über 10 m
Alter: bis über 200 Jahre

Sumpf-Schachtelhalm
(Equisetum palustre)
Höhe: 50 cm

Buchfink
(Fringilla coelebs)
Größe: 15 cm

Trauermantel
(Nymphalis antiopa)
Größe: ca. 6 cm

Gewöhnlicher Gilbweiderich
(lysimachia vulgaris)
Höhe: bis 100 cm
Blütezeit: Juni-August